5 Textarten, dein Angebot hinter Wörtern zu verstecken

 

Du hast deine Webseite fertig?
Sie nach allen Regeln der Kunst designt?
Mit Fotos bestückt?
Und mit Text ergänzt?
Und doch kommen kaum Kunden?

Vielleicht ist dein Text zu lang, zu unklar, oder du hast die eine oder andere Textwurst verwendet?
Oder gar ein Wortlabyrinth geschrieben?
Fakt ist: Du sprichst deinen Wunschkunden nicht so an, dass er dich versteht.

Lies hier weiter, wenn du deine Webseite getextet hast und zu wenige Kunden kommen.

 

Lang, länger, am langweiligsten

Ja, ich weiß schon, das heißt „am längsten“ – doch ich liebe Wortspiele.
Sie zeigen dir auf einen Blick, worum es geht.

Wenn dein Kunde wenig Zeit hat – und das trifft auf die meisten zu – verkürze deinen Text.

Oh ja, ich weiß, das tut weh.
Jedes Wort, das du streichst, schmerzt.

Und doch – genau das macht den Unterschied zwischen Kunde oder keinem Kunde.
Schreibst du gleich am Anfang lange Sätze ohne klar erkennbaren Nutzen, ist es dem Leser einfach zu langweilig, sich durch deinen Text zu hanteln.
Das ist traurig, aber wahr.

 

 

Probieren wir gleich aus:

Warte, bist du ganz dringend auf die Toilette musst. Dann, knapp bevor es zu spät ist, nimm dir deine Webseite vors Auge und lies deinen Text auf der Startseite.

Beobachte dich jetzt.
Wieviel Lust hast du zu lesen?
Wie viel kannst du aufnehmen? (Und das, obwohl du den Text ja kennst …)
Ausprobiert? 😉

 

Text-Verknappung bringt Kunden

Wenn wir Menschen durch ein Problem beschäftigt werden, haben wir kaum noch Energie, einen Text zu lesen. Je dringlicher das Problem, desto knapper muss daher der Text sein.

Je nachdem,

  • wie groß das Problem deines Kunden ist,
  • in welcher emotionalen Lage er sich befindet,
  • wie groß seine Schmerzen sind,

sollte dein Text sich durch Länge und Knappheit anpassen.

Über das Kürzen von Texten habe ich schon im Blogbeitrag „Texte kürzen: Hole die Schere und trenne dich von Überflüssigem“ geschrieben. Da kannst du dir auch das kostenlose E-Book dazuholen.

Doch lange vor dem Kürzen kommt die Qualität des Textes. Wörter lassen sich so leicht zu einer Mauer, einem Dschungel oder einem 08/15-Pullover verarbeiten. So, dass man „sein Angebot hinter Text verstecken“ kann.

Schwierigkeit: Das läuft in den wenigsten Fällen bewusst ab. Kaum jemand erkennt zuverlässig, was sein Text manchmal auslöst. Ich auch nicht immer ;-).

 

Die 5 Textarten

 

Das Wortlabyrinth

Hier verliert sich der Leser im Dschungel des Textes. Immer wieder werden ihm neue Wege und Gedankengänge angeboten. Möchtest du blau? Oder lieber doch eine Zitrone? Vielleicht liegt dir London mehr? So kommt der Leser nicht zum Ziel: Der Lösung seines Problems.

Schwierigkeit: Der Schreiberling hat den Faden verloren, der Leser ist futsch.

Lösung: Lass deinen Startseitentext von einem Textexperten lesen oder suche dir einen Menschen, der deinem Wunschkunden ähnlich ist. Bitte um ein Feedback.

Stelle folgende Fragen:

  • Zieht dich der Text an?
  • Liest sich der Text schlüssig von Anfang bis Ende?
  • Nein? Ab wo beginnst du abzuschalten?
  • Worum geht es im Text?
  • Was hat dir gefallen?
  • Was bringt dich weiter?
  • Was passt nicht stimmig dazu?
  • Welche Info fehlt?
  • Welcher Gedankengang wird nicht beendet?

 

Die Textwurst

Eine Textwurst nenne ich einen Satz, der ewig nicht zum Ende kommt und niemals einen Punkt oder ein Komma hat, obwohl man mittlerweile schon drei Punkte hätte einbauen können, weil der Schreiberling einfach lange Sätze liebt und es leider immer noch als äußerst gebildet angesehen wird, wenn die Sätze vier oder mehr Zeilen füllen, auch wenn du diesen Satz kaum bis hierher in einem Zug gelesen haben wirst.

Schwierigkeit: Der Schreiberling hat am Ende des Satzes vergessen, wie er ihn begonnen hat, und beendet ihn daher schlichtweg falsch. Der Leser ist verwirrt und klickt weiter.

Lösung: Lies deine Texte immer laut vor. Überall dort, wo du Luft holen musst (um nicht blau anzulaufen), ist Zeit über einen Punkt nachzudenken ,-). Die meisten Sätze lassen sich mit ein paar kleinen Kniffen teilen und verkürzen.

Die Textwurst von oben könnte dann so lauten:

Eine Textwurst nenne ich einen Satz, der ewig nicht zum Ende kommt. Punkt oder Komma kommen bei solchen Wortgebilden kaum vor. Das hat zwei Gründe: Der Schreiberling liebt lange Sätze. Und leider gilt es immer noch als besonders „gebildet“, wenn die Sätze vier oder mehr Zeilen füllen. Vielleicht hast du jetzt bis hierher gelesen?

 

Der Fachtext

In einem Fachtext wird äußerst fein parliert. Die einzelnen Sätze und grammatikalischen Strukturen können kurz oder lang sein. Die Tendenz liegt aber bei eher längeren Wortgeflechten. Außerdem wollte, könnte oder müsste man etwas getan, gesehen oder gelesen haben. Mit dem Konjunktiv wird nicht gegeizt. Im Fachtext darf kaum etwas klipp und klar ausgedrückt werden. Das würde ja dann nicht nach Fachtext klingen.

Schwierigkeit: Der Schreiberling ist unsicher und versteckt sich hinter Fachtermini. Er hat vergessen, dass der echte Fachmensch sein Fachgebiet so einfach und klar erläutern kann, dass ihn jedes Schulkind versteht. Der Leser ist entweder verwirrt und weg oder voller Ehrfurcht. Beides macht ihn kaum zum Kunden.

Ausnahme: Gesundheitsaussagen. Die könnten die Gesundheit nur nachhaltig beeinflussen. Da muss es so sein, sonst wird Text teuer.

Lösung:

  • Durchforste deinen Text nach Fremdwörtern.
  • Überprüfe jedes einzelne Verb, damit es aktiv und im Indikativ geschrieben ist. (Und wenn du ein Fachwort verwendest, dann erklärst du es: Indikativ ist die Wirklichkeitsform, also nicht der Konjunktiv, die Möglichkeitsform). Beispiel:
    • Aktiv: Ich gehen – passiv: ich werde gegangen
    • Indikativ: ich suche – Konjunktiv: ich suchte
  • Härtetest: Lass einen völligen Laien lesen und bitte ihn, dir den Inhalt zu erklären ;-). Das ist dann das beste Indiz, dass dein Text wirklich verständlich ist.

Auch hier gilt: Lege deinen Text zumindest einem realen Wunschkunden vorund frage, ob er alles verstanden hat.

 

Der Grundmuster-Text

Der Grundmustertext sagt genau, was Sache ist. Er sagt, was du tun darfst und sagt dir auch, warum. Eigentlich sagt der Text klipp und klar, wie der Leser sein Problem lösen kann. Aber er sagt das in einer Monotonie, die klingt wie eine Schallplatte, die hängengeblieben ist. Dabei gibt es in jeder Sprache mehrere Verben, die das Wort „sagen“ ersetzen könnten.

Schwierigkeit: Der Leser ist eingeschlafen, ehe er zur Lösung seines Problems kommt. Auch gut, denn im Schlaf tut‘s nicht so weh ,-).

Lösung:

  • Verwende aktive Verben und bring dadurch Leben in deine Texte.
  • Verben schaffen Bewegung,
  • Hauptwörter Stabilität.
  • Eigenschaftswörter bitte eher sparsam verwenden. Das klingt dann gleich langatmig.

Der Text von oben könnte dann ungefähr so heißen:

Der Grundmustertext beschreibt genau, was Sache ist. Er steckt ab, was du tun darfst und umreißt auch, warum. Eigentlich vermittelt der Text klipp und klar, wie der Leser sein Problem lösen kann. Aber er bedient sich dabei einer monotonen Sprache, die klingt wie eine Schallplatte, die hängengeblieben ist. Dabei gibt es in jeder Sprache mehrere Verben, die das Wort „sagen“ ersetzen können.

 

Der Seifen-Text

Beim Seifen-Text glaubt der Leser anhand der Überschrift, er hätte jetzt endlich die Lösung für sein Problem, denn … aber leider nein, die Seife ist geflutscht. Doch dann fällt sein Blick auf die nächste Überschrift – ja, cool, endlich – leider wieder futsch, die Seife. Die Lösung liegt irgendwo zwischen diesen Zeilen? Zwischen den Überschriften? Ja, nein, vielleicht? Diese Texte könnte man auch „Fang-die-Maus“ nennen – sie kosten den Leser Zeit und bringen keinen Mehrwert. Außer er kauft das überteuerte Buch „In einer Sekunde zum Millionär“.

Schwierigkeit: Der Schreiberling hat Angst, sein Wissen zu „verlieren“ oder hat gar kein Wissen – er gibt daher nichts wirklich preis. Dem Leser bleibt ein flaues Gefühl im Magen …

Lösung: Wenn du wirklich etwas vermitteln möchtest und nicht nur auf Geld aus bist, komm zur Sache. Gehe aus dir heraus, zeig was du kannst. Gib Tipps, trau dich. Alles, was du weißt, kann man sowieso irgendwo im Netz finden. Zig-fach. Was Allgemeinwissen aber besonders macht, bist DU ;-).

 

 

Die Lösung für dein Problem

Du siehst, Wörter wirken. Damit dir nicht die eine oder andere Textart ungewollt passiert, findest du – sehr kompakt und anschaulich geschrieben – die Basics für gute Werbetexte in meinem Buch.

Hol dir daher jetzt gleich das Buch „Werbetexte schreiben lernen“. Da bekommst du in nur 21 Tagen einen guten Überblick und verbesserst deine Texte.

Viel Erfolg bei der Umsetzung!

Deine
Eva Laspas

 

 

 

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