Hole dir Leser auf deinen Blog – So geht Buchrezension schreiben

 

Findest du immer wieder passende Bücher oder Kurse, die deine LeserInnen interessieren könnten?

Die einen Mehrwert darstellen und sie unterstützen, ihrem Problem zu entkommen?

Und hast einen Blog?

Dann nutze auch du die Möglichkeit, Rezensionen zu schreiben.

Wie und warum?

Das liest du hier.

 

Was bedeutet Rezension genau?

Rezension kommt aus dem Lateinischen (recensere) und bedeutet so viel wie „erzählen, aufzählen“. Eigentlich ist es die „Besprechung“ eines Buches, Films oder sonstiger Druckerzeugnisse bzw. auch Kursen, Seminaren oder Theaterstücken.

Dabei beschreibt der Rezensent seine persönliche Meinung und stellt den durch seine Wertmaßstäbe geflossenen Inhalt in Form eines Essays oder sonstiger journalistischer Form dar.

Auch Filme, Blogbeiträge oder Podcasts können rezensiert werden.

Ok. Soweit die offizielle Bedeutung.

Was aber heißt das im Detail, und was hast du davon?

 

Deine Vorteile von Rezensionen

Im Jahr 2001 begann ich meine erste Internetzeitung. Damals war das ein Novum. Absolut. Die meisten Menschen hielten mich für eine Spinnerin, weil „niemand Online Artikel liest“ ;-))).

Nach einem halben Jahr trat ein Verlag auf mich zu, ob ich nicht ein Buch rezensieren wolle.

Ehrlich, ich hatte damals keine Ahnung, was es bedeutet, ein Buch zu rezensieren. (Ich freute mich aber, kostenlos ein Buch zu bekommen. Denn mein „Verbrauch“ an Büchern ist enorm.)

Das Buch war grauenhaft.

Aber ich las es gewissenhaft durch und schrieb einen Text, der das Buch nicht völlig zerriss.

Doch ab da fand ich das Rezensieren eine wunderbare Sache.

Ich erkannte, dass Verlage kostenlos Bücher schicken, wenn du dafür einen Artikel schreibst und das Buch derart deinem Leserkreis vorstellst.

 

 

Mehr Struktur für deinen Blog

Von dem Tag an, begann ich meine Internetzeitschrift kontinuierlich und mit Struktur aufzubauen.

Ich bestellte mir spezielle Bücher, um längere Artikel zu unterschiedlichen Themen zu verfassen. Die Rezensionen flossen dann in diese Artikel ein. Ich schrieb auch Beiträge, die den Inhalte eines einzigen Buches behandelten. Oder erstellte Minirezensionen für Sammelseiten an Büchern, so in etwa „Sommerlektüre“ oder „Weihnachtsgeschenke“.

Da ich bei manchen Verlagen öfter bestellte, lernte ich die Menschen dort kennen. Bald wussten sie, dass ich verlässlich veröffentliche und unterstützen mich sehr bereitwillig mit Büchern. Sie boten mir auch an, Interviews mit den Autoren zu führen.

Ich kann mich erinnern – bald (im Jahr 2002) hatte ich pro Monat kostenlose Bücher von knapp 600.- Ich sprang wie verrückt im Zimmer herum, so sehr freute ich mich!

Die Verlage schickten mir außerdem ihre Verlagsprogramme. Auf dieser Basis wählte ich schon im Herbst aus, was ich an Artikeln im kommenden Jahr herausbringen wollte.

Dadurch lernte ich, einen Redaktionsplan zu erstellen.

 

Zusammenfassung

Buchrezensionen bieten Material für

  • lange Artikel (mehrere Bücher zu einem ähnlichen Thema mit unterschiedlichen Aspekten – lies hier eines meiner Beispiele zum Thema „Gehirn„),
  • einen Artikel, angelehnt an das Thema des Buches (Das Buch stützt dann deinen Artikel. Hier ein Beispiel des Buches von Tom Oberbichler bei mir auf dem Blog),
  • Sammelseiten, wo du unterschiedliche Bücher vorstellst, die für deine LeserInnen von Nutzen sein könnten (lies hier ein Beispiel von Monika Birkner),
  • einen eigenen Blog zu einem bestimmten Thema. Er ist rein durch gute Buchbesprechungen mit Leben gefüllt.
  • Tipps und Checklisten, die du als „Auszug“ aus dem Buch veröffentlichen kannst. Sie machen deinen Artikel lebendig und praxisnahe. Nur muss es klar sein, dass es sich bei der Liste oder dem Tipp um einen Buchauszug handelt. Und der Link zum Buch (Verlagsseite oder Amazon) muss auch dabei sein.

Außerdem:

  • Dadurch findest du Themen in Hülle und Fülle. Zusätzlich erkennt man durch die Verlagsprogramme eine gewisse Tendenz auf dem Markt. Schreibst du regelmäßig Rezensionen zeitnahe zum Veröffentlichungstermin des entsprechenden Buches, wird dein Blog immer aktuell sein.
  • Durch die Verlagsprogramme lernst du, strukturierter vorzugehen.
  • Und einen Redaktionsplan zu schreiben.

 

Du gewinnst an Sichtbarkeit

Durch Buchrezensionen steigt das Ranking deiner Webseite, weil sowohl Autoren als auch Verlage deinen ausgezeichneten Artikel weiterempfehlen, auf ihren Webseiten einbinden oder gar bei Amazon im Buchinhalt veröffentlichen.

Wichtig dabei ist, dass du regelmäßig deine erschienenen Rezensionen den Verlagen meldest und entweder den Link oder die Zeitschrift (print) schickst.

Das ist der absolut wichtigste Punkt. Denn viele Rezensenten melden die Rezi leider dem Verlag nicht. Entweder sie schreiben gar keine Rezension oder sie vergessen, das E-Mail zu schreiben.

Damit verlieren sie aber mit der Zeit das Vertrauen der Verlage. Außerdem entgeht ihnen eine mögliche Veröffentlichung auf der Webseite des Verlages. Wenn du nämlich regelmäßig rezensierst und den Beitrag meldest, wirst du als verlässlich eingestuft. Und so veröffentlichen die Verlage manchmal deine Rezis auf ihrem Blog mit oder ohne Back Link.

Da das Internet die Menschen zusammenführt, kannst du deine Rezi auch dem Autor melden. Meist verteilen auch diese dann deine Rezension (und damit deinen Link) über einen Tweet oder einen Social Media Button weiter in ihrem Netzwerk.

Möchtest du ein Interview und ist der Autor öffentlich nicht erreichbar (so schafften wir es einmal mit Anselm Grün und Ruth Maria Kubitschek), kontaktierst du den Verlag. Sie werden dich gerne mit dem Autor verbinden. Das Interview (schriftlich oder als Video, je nachdem, wie mutig der Autor ist …) bindest du auf deinem Blog beim Buchbeitrag ein oder/und stellst es auf deinen YT-Kanal.

 

Geld verdienen

Wenn du dich beim Amazon-Partnerprogramm einschreibst (kostenlos), verdienst du sogar Geld mit deinen Rezensionen. Je nach Produkt bekommst du unterschiedliche Prozente an Werbekostenerstattung ausbezahlt. Bei Büchern sind das im Moment 7 %. (Quelle Amazon Partnerprogramm, Stand 16.10.2017).

Amazon bietet dir auch viele Tools, wie du gute Links, Banner oder gar Apps erstellst, um die Bücher noch besser darzustellen und deine Einnahmen zu erhöhen.

Neu ist das Ressourcen Center. Da unterstütz dich Amazon dabei, einen Blog aufzubauen und Geld mit deinen Blogbeiträgen zu verdienen.

Bist du also noch nicht im Amazon-Partnerprogramm, schau einfach mal dort vorbei und checke deine Möglichkeiten.

 

Checkliste: Wichtige Bestandteile deiner Rezension

  • Eine Rezension kann ein „normaler“ Artikel sein, wo du den Leser an einem roten Faden durchlotst. Der Artikel muss einen eindeutigen Mehrwert für den Leser haben. Die Buchvorstellung läuft für den Leser als „Nebensache“. Er erfährt, dass er im Buch mehr Infos bekommt.
  • Oder aber auch eine tatsächlich eine Besprechung. D.h., du zitierst einen Teil aus dem Buch und schreibst darüber deine Meinung und deine Gedanken. Lädst deine Leser ein, sich auch Gedanken zu machen. Und sie in den Kommentaren zu posten.
  • Du schreibst einen Artikel und holst dir aus unterschiedlichen Büchern Aspekte, die du in den Artikel einwebst. So erhältst du Zitate von Autoren und bringst weitere Aspekte (zusätzlich zu deinem) in den Artikel ein. Spannung erzeugen auch Bücher, die gegensätzliche Aspekte haben. So kannst du ein Thema aus unterschiedlichen Sichtweisen beleuchten.

Zwingend aber in jedem Fall sind folgende Bestandteile:

  • Buchtitel
  • Autor
  • Verlag
  • ISBN

Oder:

  • Der Link zum Buch beim Verlag, Buchhändler oder Amazon.

Außerdem:

  • Wenn du Stellen aus Büchern in deinem Buch zitierst, verweist du auch noch auf die entsprechende Seite, wo du die zitierte Stelle gefunden hast. Und erstellst am Ende des Buches noch einen Literaturnachweis.
  • Bild vom Cover (möglich, aber nicht zwingend). Die Coverdateien erhältst du auf Anfrage auch vom Verlag.

 

Rezensionen von Selfpublishern

Immer zahlreicher werden die Bücher von Menschen, die nicht über Verlage publizieren, sondern im Eigenverlag oder über Createspace, Kindle, usw.

Hier liegt ein viel größeres Potential für dich. Denn diese Selfpublisher werden dich und deinen Blog ebenso unterstützen, wenn du sie bei ihrem Buchverkauf unterstützt. Gerade wir „Einzelkämpfer“ können viel erreichen, wenn wir „gemeinsam stark“ sind.

Tom Oberbichler hat gerade eine FB-Gruppe gegründet, wo sich interessierte Blogger einfinden können, die bereit sind, Fachbücher von Selfpublishern zu rezensieren.

Bist du eine davon?

Dann schau bei Tom‘s Gruppe gerne vorbei.

Wir freuen uns auf dich.

 

Deine
Eva Laspas
Akademie Schreiben lernen

Bildquellen

2 Kommentare zu “Hole dir Leser auf deinen Blog – So geht Buchrezension schreiben

  1. Hallo Eva,

    dein Artikel kommt mir wie gerufen. Ich will ein paar Bücher bei mir im Blog vorstellen und war mir aber über das Format unschlüssig. Ich habe es zwar schon probiert, bin aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Ich werde wohl eine Rezension als „normalen“ Artikel versuchen.
    Wie schaut da die rechtliche Lage aus: Wieviel darf ich von dem Buch auf meiner Webseite (mit eigenen Worten) wiedergeben? Es geht um Sachbücher. Ist es gestattet, die Kapitel einzeln vorzustellen und das wichtigste, was ich daraus gelernt habe(5-10 Sätze) wiederzugeben?

    1. Lieber Jan, wenn du die Textteile zitierst, kannst du das mit „spoiler“ ankündigen. Oder aber auch mit einer direkten Rede, bzw. mach ich das immer mit einem „Auszug aus dem Buch“. Du kannst die einzelnen Kapitel vorstellen und dazu deine Gedanken schreiben. Erwähne und verlinke dazwischen immer wieder auf das Buch, dass alles klar ist. Auch das Cover ist fein. Wenn du im verlag nachfragst, bekommst du vielleicht noch mehr Bilder. Ich habe beispielsweise vom Freya-Verlag viel rezensiert, da gibt es tolle Bilder von den Kräutern etc. Du kannst auch ein Video drehen, Teile aus dem Buch vorlesen und es in die Kamera halten. So bekommen die Menschen Eindruck und kaufen das Buch.
      lg Eva

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