Was tun bei einer geschäftlichen Krise?

 

Kennst du das?

Du hast Hunderte von Stunden gearbeitet?

Ein Projekt vorbereitet?

Gott und die Welt informiert?

Und dann – genau am Termin – klappt irgendetwas nicht?

Du stehst da und bittest, dass sich der Boden auftun möge.

Das tut er natürlich nicht.

Doch was kannst du in so einem Fall tun?

Lies hier weiter, wenn du von meinen Erfahrungen in Troubleshooting lernen willst oder dich die Geschichte eines verunglückten Buchlaunches interessiert.

 

Du hast immer Teil am Unglück

Natürlich ist so eine Sache *obermegaultrapeinlich*.

Immerhin hängt auch dein Image an der Sache.

Und genau darin liegt die Chance, aus der Misere noch etwas Gutes herauszuholen.

Denn jede Medaille hat zwei Seiten.

 

Im speziellen Fall, der der Anlass zu diesem Blogbeitrag gewesen ist, ist es der Buchlaunch unseres Buches „Content Marketing: Dein Wunschkunde und sein Traum“. Erst fand Createspace mein Impressum nicht, dann nahm Kindle das Buch aus dem Verkehr – genau an dem Tag, wo ich Hunderte von Menschen auf den Link geschickt hatte. Darunter waren die Co-Autoren, das Launchteam und langjährige Kooperationspartner.

Diejenigen, die mich schon sehr lange kennen, wissen, was mich ausmacht: „Wenn es irgendwo Probleme gibt, Eva behält als einzige den kühlen Kopf und schafft das schon irgendwie.“

Andere sprachen mir Mut zu: „Super, da hast du Erfahrung gesammelt, die jetzt mir zugute kommt.“
Es gab natürlich auch die: „Na, das ist ja gründlich in die Hose gegangen …!“ Oder: „… mit dir möchte ich keine Buchlaunch machen.“ Aber von all den Menschen, die mich darauf ansprachen, waren letztere ganze zwei Stimmen…

 

Fazit: Du wirst immer alle möglichen Reaktionen bekommen, wenn sich dein Projekt nicht wie geplant realisiert. Wichtig ist, dass du dich an die Reaktionen hältst, die dich aufbauen. Leider ist das schwer. Wir Menschen neigen dazu, uns die einzige Stimme von tausend zu Herzen zu nehmen, die uns kritisiert. Das gilt auch für die Stimmen in deinem Kopf! Halte dich auch da an diese, die dich aufmuntern.

Das letzte, was du bei einer Krise aber brauchen kannst, ist, dass du depressiv wirst.

 

Wie Menschen auf Krisen reagieren

  • Beim Supergau tendieren wir Menschen dazu, anderen die Schuld zu geben. Das scheint einfach. Wir können unsere Verzweiflung in Wut umwandeln und sie über andere stülpen.
  • Wir tendieren ebenso dazu, uns tot zu stellen. Ein Relikt aus der Steinzeit. Abtauchen und so zu tun, als wäre nichts gewesen. Krankheit ist auch ein beliebtes Mittel.

Beides hilft leider überhaupt nicht.

  • Denn das eine macht dich hart und unbeugsam.

Und damit verhärtet sich auch die Lage.

Mit einem harten Herzen wirst du nicht das passende Wort finden, wenn du mit Menschen kommunizierst, die dich beim Projekt unterstützt haben oder dir aus der Patsche helfen können.

  • Mit dem anderen machst du dich lächerlich.

Mit wutgetrübten Blick erkennst du die Chancen nicht, die dir diese Sache trotz aller Pein dennoch bringt. Du rennst wild herum und bringst überhaupt nichts auf die Reihe. Wer dir begegnet, den macht du zur Minna – was sich langfristig auf deine Geschäftsbeziehungen auswirkt.

Lösung: Gehe also in dich und erkenne an, dass du an der ganzen Sache irgendeine Schuld trägst.

Und dass du dabei etwas lernen darfst.

In meinem Fall des Buchlaunches hat mir Createspace fünf Tage vor dem Launchtermin gemailt, dass es meinen Urheberstatus nicht verifizieren könne – Impressumspflicht gibt es in Amerika nicht, daher hat der Mensch, der das überprüft, mein Impressum auf der Homepage nicht gefunden. Ehe ich antwortete, atmete ich mich ruhig. Und las dann das ellenlange englische E-Mail lieber fünf Mal, damit ich in der Aufregung auch ja nichts falsch verstehe oder interpretiere. Denn Kommunikation ist ein Hund.

Ich weiß, dass sich die Mitarbeiter bei Createspace Amazon abwechseln und bei jedem E-Mail ein anderer Mensch den Fall bearbeitet. Ebenso weiß ich, dass der jeder neue Mitarbeiter meine Rettung sein kann. Daher gilt: In jedem Fall, freundlich bleiben.

Einen Tag nach dem Launchtermin erschien dann das Buch in Papierform.

Bei Kindle dauerte es länger: Fünf verschiedene Sacharbeiter später, (jeweils knapp 24 Stunden dazwischen inklusive der anderen Zeitzone) wurde mir geraten, dass ich das Buch neu anlegen soll. So einfach!
Kindle kann also „blockierte“ Bücher nicht mehr öffnen (wie Createspace), sondern man muss das Buch neu anlegen und veröffentlichen. Falls das irgendwo in den Untiefen der Bedienungsanleitungen von Kindle steht, ich habe es nicht gefunden. Darum schreibe ich es dir hier jetzt auf, damit du das gleich weißt.

Du fragst dich, warum das Buch blockiert wurde? Ich mich auch. Das wird wohl ein Geheimnis bleiben. Ahja, irgendwo werde ich wohl ein Hakerl falsch gesetzt haben…

Fazit: Erkenne also deinen Teil an dem Unglück an. Damit gewinnst du die richtige Geisteshaltung, um den nächsten Schritt zu tun.

 

Ruhe bewahren

Erst wenn du deinen Anteil akzeptiert hast, wird es dir gelingen, Ruhe zu bewahren.

Deine geistige und körperliche Ruhe ist der Schlüssel für die nächsten Schritte.

Ehe du nicht ruhig bist, wirst du aus Angst oder Scham weitere Fehler machen.

Damit treibst du die Spirale abwärts.

Fazit: Hochemotional fasst du keinen klaren Gedanken und findest daher auch keine gute Lösung.

Im Fall des Buchlaunches fiel mir alles „hinunter“. Ich war um sechs Uhr aufgestanden und hatte noch alle Launchunterstützer angemailt. Auch meine Kontakte der Akademie bekamen um sechs Uhr früh von mir jubilierend das E-Mail mit dem Angebot.

Doch um sechs Uhr waren weder das Printbuch, noch das Kindle-Buch auf Amazon zu finden.

Natürlich war mein erster Gedanke, dass ich mich jetzt gerne irgendwo verkriechen möchte. Gleichzeitig aber kam diese außergewöhnliche Ruhe über mich, die mich immer überkommt, wenn schwierige Umstände in mein Leben treten. Einbrecher, eine von der Straßenbahn angefahrene Frau – alles schon erlebt und als einzige einen kühlen Kopf behalten. Also nahm ich mein Schicksal an. Und begann Schadensbegrenzung. Ein Lifevideo auf FB, um alle zu informieren. Tom fragen, ob er einen Ausweg wüsste.

Dann musste ich zu einem Kundentermin. Ehe ich noch beim Kunden eintraf, bekam ich das Mail von Createspace, dass das Buch im Print jetzt erscheint. Puhh – der erste Lichtblick. Dann tauchte ich in die Welt meines Kunden und verriegelte völlig die Türe zu meinem Buch. Bis ich gegen 14 Uhr wieder aus seiner Firma ging.

Wenn du Ruhe bewahrst, wirst du Lösungen sehen, die im Problem schon enthalten sind. Außerdem schaffst du es, dich auf andere Tätigkeiten zu konzentrieren. Du begrenzt das Problem und lässt es nicht auf andere Geschäftsfelder überschwappen.

Das ist ganz wichtig.

Deine Kompetenz zeigt sich in Krisensituationen.

 

Zeige deine Kompetenz auch in stürmischer Lage

Wenn du selbstständig bist, deine eigene Marke, bist du sichtbar.

Sichtbar sein bedeutet: Andere Menschen sehen, was du tust.

Sie werden deine Hochs mit dir feiern und deine Tiefs mit dir mitfühlen.

(Wer sich an deinem Tief freut und auf dein Hoch neidisch ist, der sollte sowieso kein wesentlicher Teil deines Lebens sein. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen.)

Vielleicht hilft auch dir folgender Ausspruch. Er hat mich in meiner Zeit der Selbstständigkeit immer wieder gestärkt:

 

 

Egal wie du also auf das Problem reagierst, du wirst dabei gesehen werden. Menschen beobachten dich und bilden sich ihre Meinung. Sie werden dich an Hand deiner Reaktion auf die Katastrophe beurteilen. In eine Schublade stecken. Dich etikettieren.

Dich verdammen.

Oder sich ein Beispiel nehmen.

Und jetzt hast du die Chance, dich so zu zeigen, wie du bist.

Frage dich daher jetzt:

  • Wie bist du, wenn du Gegenwind bekommst?
  • Wie reagierst du auf Schwierigkeiten / Probleme / Katastrophen?
  • Wie gehst du mit dir selber um, wenn du einen Fehler gemacht hast?
  • Und wie mit anderen Menschen?

 

Menschen machen Fehler

Hier ist Psychologie gefragt.

Wer, denkst du, hat größeres Selbstbewusstsein?

  • Derjenige, der andere bei einem Fehler zur Schnecke macht?
  • Oder derjenige, der anderen die Chance gibt, ihre Fehler wieder gutzumachen?

 

Das Blöde ist, dass wir Menschen nicht psychologisch geschult sein müssen, um es nicht intuitiv zu erfassen: Der, der am lautesten schreit, hat das geringere Selbstwertgefühl.

Und an den wendet sich kaum jemand, wenn er ein Problem zu lösen hat.

Fazit: Übe dich im Krisenmanagement, mach Selbsterfahrungsseminare und lerne mit Problemen so umzugehen, wie du es von deinem Kunden erwartest. Nachdem er bei dir war ;-).

Und: Lerne dir (und damit auch anderen) zu verzeihen.

Wo Menschen sind, passieren Fehler.

Denn wir Menschen lernen aus Fehlern.

Wer keine Fehler macht, wird nie etwas lernen ;-).

 

 

Gehe als Paradebeispiel voran

Warum?

Dein Interessent hat ja ein Problem, das er gelöst haben möchte.

Und wenn er sieht, wie du mit deinem Problem umgehst, wird ihm das gefallen.

Das ist dann dein Wunschkunde.

Oder auch nicht.

Dann ist das nicht dein idealer Kunde.

Wenn dein Wunschkunde sieht, wie du mit deinem eigenen Problem umgehst, wird er Vertrauen in dein Angebot bekommen. Er möchte lernen, auf eben diese Art und Weise sein Problem zu lösen.

Und da sind wir schon bei Authentizität.

Labern (wienerisch für „quatschen“) können viele, aber nur in der Krise siehst du, was tatsächlich hinter einem Menschen steckt.

 

Krise: Was du daraus lernen darfst

Sobald du ein bisschen Ruhe gefunden hast und Schadensbegrenzung eingeleitet hast, überlege dir, was du aus der Sache lernen darfst.

Jetzt ist der Augenblick, wo du schauen solltest, wo und wann sich ein Fehler eingeschlichen hat.

Im Fall des Buchlaunches habe ich sicher irgendwo ein falsches Kreuzerl gemacht, beim Ausfüllen der Buchdaten. Ein Augenblick der Unachtsamkeit. Fatal. Ich weiß zwar nicht mehr wo, aber immerhin habe ich bestätigt bekommen, dass ich mit meinem fünftägigen Zeitpolster gut fahre. Im Fall von Großkonzernen werde ich ab jetzt aber zusätzlich noch eine Woche Zeit im Vorlauf einplanen. Ich veröffentliche kommende Bücher immer vor dem Launchtermin und nur wenn sie sicher online stehen, beginne ich mit dem Launch.

Das geht nämlich auch nachher, aber das erfuhr ich erst durch diesen Launch. Du kannst jedes deiner Bücher jederzeit zum Bestseller machen.

Achte also darauf, dass du den großen Fehler siehst – den allgemeinen.

Suche nicht nach der Nadel im Heuhaufen, finde lieber den ganzen Heuhaufen ;-).

 

Hole dir (mentale) Unterstützung

Wenn du nicht weiterkommst, suchst du dir Unterstützung.

Professionelle. Am besten bei deinem Coach.

Oder aber bei Menschen, die ähnliches schon erlebt haben.

Womit wir uns wieder am Anfang befinden.

Beim Wunschkunden

Da ist ein Mensch mit seinem Problem…

Im meinem Fall habe ich mir in unserer Buchgruppe bei meinen Co-Autoren Unterstützung geholt. Sie waren alle für mich da und haben mir mit Worten Mut gemacht.

Dafür bedanke ich mich aus ganzem Herzen.

 

Bleibe freundlich

Ein wichtiger Punkt!

Besonders, wenn du dich mit Ämtern oder dergleichen auseinandersetzen musst.

Bleibe immer freundlich, menschlich.

Plädiere stets an den Menschen, nicht an die Institution. Damit bin ich schon mein ganzes Leben sehr gut gefahren.

Bei Finanz-, Melde- und Passämtern, Banken und dergleichen mehr.

Sprich immer mit dem Menschen.

Erkenne, dass nicht er persönlich schuld ist oder er absichtlich deinem Wunsch zuwiderhandelt. Er ist nur Ausübender eines Gesetzes oder einer Richtlinie.

Aber er weiß mehr als du und kann dir einen Ausweg zeigen.

Er kennt sich aus. Mit ihm als Partner hast du eine Chance mehr.

Indem du den Menschen in ihm siehst und freundlich bist, ihm gar bei seinem Namen nennst, um Hilfe bittest und dich bedankst, gewinnst du sein Mitgefühl für dich und seine Unterstützung für deine Sache.

Das gelingt dir aber nur, wenn du anerkannt hast, dass du einen Teil der Schuld trägst ;-).

 

Resilienz: Ziehe Nutzen aus der Sache

Und schließlich: Nutze das Problem als Chance. Schreibe darüber ein Buch, einen Blogartikel oder dreh einen Film. Wichtig ist, dass du offen bleibst und dich nicht versteckst.

Versteckst du dich, bringst du dich unternehmerisch um

Ich persönlich habe die Weltsicht, dass wir alle eins sind und in Verbindung miteinander stehen.

Daher kann dir meine Erfahrung mit Createspace und Kindle weiterhelfen. Und dir zeigen, wie David trotz Goliath gewinnt ;-).

Du hast also hier die Möglichkeit, aus meiner Buchlaunch-Erfahrung zu lernen und Nutzen daraus zu ziehen, wenn du ein eigenes Buch veröffentlichst.

Außerdem stecken in diesem Blogbeitrag sehr viele Werkzeuge, die du bei der nächsten Krise anwenden kannst. Erfahrungswerte über viele Jahre Unternehmertum.

Denn eines ist sicher:

 

Deine

Eva Laspas
Akademie Schreiben lernen

Content Marketing: Dein Wunschkunde und sein Traum

Content Marketing: Dein Wunschkunde und sein Traum

 

Bildquellen

2 Kommentare zu “Was tun bei einer geschäftlichen Krise?

  1. Wouw, was für ein inhaltsreicher und vor allem hilfreicher Artikel. Danke für die vielen Impulse. Vor allem aber auch der Klarstellung, dass es uns alle immer wieder betrifft, und wir es nicht soooo persönlich nehmen sollen :-).

    1. Liebe Bigi, ja, wichtig ist, dass wir es einerseits als unser Thema nehmen dürfen, etwas das wir durch irgendeine Handlung ausgelöst haben, andererseits es aber auch nicht allzu wichtig nehmen und in monatelange Depression fallen. 😉 lg Eva

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